
Die Europäische Union stellte kürzlich
deren Autohersteller vor die Wahl der Vorlage einer gesetzlich
bindenden Regelung, in der Autoabgase neu hergestellter Fahrzeuge mit
dem Jahr 2012 einen CO2-Wert von 120g pro gefahrenen Kilometer
aufweisen müßten. Dieser Schritt wurde seitens der EU damit begründet,
daß diese es als sehr wahrscheinlich sieht das die Autoindustrie ihr
freiwilliges Ziel zur drastischen Reduzierung der Emissionswerte bei
CO2 ihrer Neuwagen verfehlen wird.
Als interessant zu beobachten ist die Reaktion der damit relevanten
Organisationen, ausgehend von deren höchsten Führungsebenen. Hier
kommen schriftliche Aufschreie, das dies mögliche Vorgehen der EU
Arbeitsplatzgefährdent sein würde. Diese Reaktion befindet sich für
mich erkennbar in ein der gleichen Kategorie wie die menschliche
Leistung frühen Lernens. Diese scheint auf der wiederholten Erfahrung
in Kindheit zu beruhen, daß Schreien zu einer Verbesserung der Lage
führt, sei es, daß ein unangenehmer Zustand behoben oder daß Langeweile
dadurch beseitigt wird, daß jemand kommt und einen aufhebt.
Diese Erkenntnis über frühesten Lernens entstammt aus dem Konstruktivismus, nachzulesen bei Ernst von Glasersfeld,
und ist für mich ein exaktes Abbild des Verhaltens der Vorstände der
eben genannten Autokonzerne deren Rahmenbedingungen sich möglicherweise
in Zukunft erkennbar und merkbar verändern werden. Eine unangenehme
Situation der, mit frühester menschlicher Lernerfahrung, begegnet wird.
Oder anders ausgedrückt: Welche ist die persönliche Entwicklungsebene
auf der sich die Managementebenen dieser Organisationen befinden?
Weiters erkenne ich, aus der mir bekannten Berichterstattung, daß
den Autoherstellern sehr wohl die Wahl gelassen wird. Zwischen der
Erreichung ihrer freiwillig festgelegten Ziele oder eben der von außen
vorgegebenen Ziele. Für mich sind beide Ziele ident. Somit dies nun für
mich die Unterstützung der Theorie des vorhin beschriebenen Lernmusters
darstellt, das es bei dieser Reaktion um frühestes menschliches Lernen
handelt. Wo jedoch hier genau Organisatorisches Lernen notwendig ist um
auch tatsächlich das eine Ziel zu erreichen.
Oder wie Ernst von Glaserfeld bereits 1995 geschrieben hat: “Wenn
man die heutige Welt betrachtet, dann kann man sich kaum dem Schluß
entziehen, daß eine Denkweise, die nicht allein Konkurrenz und
Konflikte fördert, sondern bewußt Anpassung und Kooperation
unterstützt, vielleicht die einzige Möglichkeit ist, das menschliche
Leben auf diesem Planeten zu retten.”
Dazu ist Veränderung notwendig, Veränderung welche die
Autohersteller sich bereits freiwillig verschrieben haben und welche
hier nun seitens der EU nochmals bekräftigt wird. Hilfreich ist hier
das annehmen des Ziels und ein Verständnis das ein Ziel nur mittels
eines Prozesses erreicht werden kann. Und in Betrachtung des uns
bereits sehr erkenntlich machenden Klimawandels in unserem Lebensraum
stellt sich hier nur mehr eine Frage: Wann beginnen wir?
Evolutionäre Robotik...
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