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Produktion von Stahl ist ein Prozess in welchen einzelne Produktionseinheiten in Einklang das Stahlendprodukt erzeugen. Ein perfektes Stahlerzeugnis is abhängig von der Effizienz in den einzelnen Produktionseinheiten wie auch derer in ihrer Gesamtheit. Oder anders ausgedrückt ist ein Stahlherstellungsprozess so gut wie der einzelne Schritt und das Gesamte zusammen. Die Qualität des Endproduktes ist bestimmt durch die Qualität die die einzelnen Herstellungsschritte erreichen. Abweichung sind darin die Norm, hervorgerufen durch abweichende Bedingungen welche Teil des Herstellungsprozesses sind. Um hier nun ein definiertes Endprodukt zu erzeugen lohnt es sich die Prozesse des Stahlwerks, Walzwerkes und der Kaltlinien als einen gemeinsamen Weg zu sehen, auf dem die einzelnen Produktionseinheiten in einem definierten Raum der Produktion sitzen. Gemeinschaftlich darauf ausgerichtet sodass durch diese ein Endprodukt mit definierter Charakteristik mit höchster Wahrscheinlichkeit entstehen kann.
Um solch einen Produktionsweg zu formen benötigen die Bereiche des Prozesstechnologie wie auch der des menschlichen Systems des Produktionspersonals besondere Aufmerksamkeit. Ein Bewusstsein über den gesamten Produktionsprozess und des eigenen Teiles darin, Zielorientierte Kommunikationen zwischen den einzelnen Produktionsbereichen, die Verfügbarkeit und aktive Nutzung intelligenter Anlagenausrüstung, Automation und Informationstechnologie erzeugen ein gut ausgestattetes Areal für die Herstellung von Stahl. Bei dem Wissen ein vitaler und Produkt bestimmender Faktor ist.
Wissen in der Erzeugung von Stahl wird überall innerhalb des Produktionsprozesses geschaffen - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - sodaß Wissensmanagement darin einen Werterzeuger darstellen kann. Mit dem Begriff des "Wissensmanagement" beschreiben wir die Art der Steuerung sodaß eine gewisse Art von Wissen erzeugt und erhalten wird, mit dem Verständniss das Wissen das Resultat von zielorientierten Handlungen ist. Wie Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi bereits gefunden haben, daß "Das einmalige Merkmal von Wissen als Ressource liegt im Fakt das dies obsolet wird sobald dies erzeugt ist" sodaß dessen eigentlicher Wert in der Wissenschaffung liegt. Durch das Setzen von gerichteten Handlungen zu Erreichung eines gewissen Zieles erzeugen wir Wissen. Ist einmal ein Ziel erreicht, so wird das dadurch geschaffene Wissen obsolet in derer Rückbetrachtung, jedoch ohne die notwendige Wissensschaffung würde jenes Ziel keinesfalls erreicht worden sein und weiterhin in der Theorie verbleiben.
Obsolet soll hier keinesfalls wertlos bedeuten, mit obsolet möchten wir ausdrücken dass jenes die Basis für neues Wissen darstellt welches wiederum neuen Wert erzeugt. Somit in der Stalhproduktion dies durchaus bedeuten kann das mit der Wissensschaffung auch Veränderungen an der Technologie, Produktionspraxis und der individuellen wie auch kollektiven Fähigkeiten des Produktionspersonals notwendig werden. Sodass die eingesetzte Technologien, Strukturen und Personal Freiheit für Veränderung zu bieten haben sollten und die Rahmenbedingungen innerhalb der Organisation des Stahlherstellers darauf orientiert werden als Ermöglicher für die Schaffung von Wissen zu dienen.
Gegen diese Flexibilität steht der Charakter der Produktionsausrüstung welche üblicherweise eine Betriebsmittelinvestition mit langer Sicht darstellt. Wodurch innerhalb dieses Zeitraums der Produktionsdauer einer Anlage deren Technologischen und Metallurgischen Fähigkeiten den Rahmen bestimmen innerhalb dessen Flexibilität möglich wird. Und außerhalb dessen Modernisierungen notwendig werden. Die diesen Rahmen beschreibenden Gegebenheiten nennen wir die Technologischen Rahmenbedingungen als das diese darüber bestimmen was möglich ist und möglich wird wenn erst diese Rahmenbedingungen verändert werden. Gleichlaufend mit diesen Rahmenbedingungen definieren diese auch welche Art und welchen Umfang von Wissensschaffung ermöglicht wird. Proaktives und angewandtes Wissensmanagement beinhaltet somit das Bewusstsein der Technologischen Rahmenbedingungen und darüber zu vergleichen was benötigt wird um eine bestimmte Art von Wissen innerhalb der gesamten Produktionsroute, oder einer Einheit davon, zu erzeugen.
Produktionspraxis ist ein weiterer Anwendungsbereich aktiven Wissensmanagements. Mit der Verwendung von Level 2 Prozessoptimierungssystemen, welche die Wartung, Entwicklung und produktionsbegleitenden Vergleich zwischen dem aktuellen Produktionsstatus und der "Besten und bis jetzt bekannten Praxis" erlauben, erlauben diese Systeme Navigation für das Produktionspersonal innerhalb ihrer Aufgaben. Allerdings benötigt die Qualität an Produktion einer einzelnen Produktionseinheit auch die Ausrichtung innerhalb des Gesamtprozesses von dessen Beginn und zu dessen Ende. Um hier mit hoher Wahrscheinlichkeit ein definiertes Endprodukt zu erzeugen, fordert dies alle einzelnen Produktionseinheiten auf das zugehörige Zwischenprodukt in seiner Charakteristik entlang des besten Qualitätskurses zu erzeugen oder zu verfeinern. Wissensmanagement in der Form der Entwicklung, Verfeinerung oder Erfindung einer Produktionspraxis erfordert hier einen gesamtheitlichen Blick der kompletten Produktionsroute und die Arbeit mit Wahrscheinlichkeiten an den Nahtstellen der Produktionseinheiten. Wahrscheinlichkeiten bedeuten hier das eine Charakteristik einer Charge es mehr oder weniger wahrscheinlich macht das dem nachfolgenden Produktionschritt wiederum ermöglicht wird ein Zwischenprodukt zu erzeugen und dessen Wahrscheinlichkeit weiterhin hoch ist um in ein Endprodukt von spezifizierter Charakteristik verwandelt zu werden.
Kommunikationen die hinaustreten aus dem simplen Weiterleiten elektronischer Datenstrukturen, die Chargeninformationen darstellen, von einem Automations- oder IT-System einer Einheit zu dem der nächsten Produktionseinheit, hin zur gesamten Produktionsroute sind ein weiterer Anwendungsbereich des Wissensmanagements. Kommunikationen des Produktionspersonals der gesamten Stahlherstellungsroute sind vital für die Ermöglichung aktiver Wissenserzeugung. Anstatt Inselverhaltens einzelner Produktionseinheiten ist viel besser das die menschlichen Individuen ein gemeinsames System formen - so wie es die Produktionsroute und derer Technologie bereits tun. Dadurch wird dem impliziten Wissen jedes Individuums, das Wissen das sich in den Köpfen befindet, erlabut emergent neue und veränderte Praxis zu erzeugen. Keine einzelne Technologie ist so flexibel als Menschen in Kooperation und Zusammenarbeit.
Wissen wird selbst durch Individuen erzeugt, eine Organisation oder Technologie ist selbst unfähig Wissen zu erzeugen ohne den Beitrag von Individuen. Die Organisation hat somit die Platform und die Basis für Stimulanz und Unterstützung von Wissen schaffenden Handlungen der Individuen zu sein. Und weiters die dazu passenden Kontexte zu stellen. Organisatorische Wissensschaffung ist dann der Prozess welcher diese Art des Wissens Einzelner in den höheren Organisationskontext emergieren läßt und dies erfordert Kooperation und Zusammenarbeit zu Anbeginn. Jedes weitere dazugefügt, sei es organisatorische Struktur oder Technologie, ist besser eingesetzt als Hilfsmittel zum Zweck. Dialog, Widerspruch and bedeutender Konflikt erlauben das Hinterfragen etablierten Denkens und Wissens, wie auch neue und andersartige Sinnschaffung aus den eigenen Erfahrungen. Diese dynamische Interaktion fördern die Umwandlung implizieten Wissens Einzelner in Organisatorisches Wissen.
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